Ausstellungen in Bonn 2026
Was läuft gerade und was kommt noch? Hier ein Überblick über aktuelle und kommende Ausstellungen in Bonner Museen und Ausstellungsräumen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit dem Anspruch, die wichtigsten Sachen nicht zu verpassen.
Peter Hujar. Eyes Open in the Dark
Peter Hujar (1934–1987) war eine zentrale Figur der New Yorker Downtown-Szene, zu Lebzeiten aber kaum bekannt. Die Bundeskunsthalle zeigt zum Jahresbeginn 2026 eine große Retrospektive seiner Fotografien. Hujars Porträts seiner Freunde, Liebhaber und der queeren Szene der 1970er Jahre haben eine Intimität die bei schwarz-weißen Fotografien selten ist.
Die Ausstellung wurde ursprünglich von Raven Row organisiert und wandert jetzt nach Bonn. Wer Fotografie ernst nimmt sollte das nicht verpassen.
Bundeskunsthalle →Amazônia. Indigene Welten
Über 400 Objekte aus der Sammlung des Musée du Quai Branly in Paris, ergänzt durch zeitgenössische indigene Kunst. Die Ausstellung zeigt das Amazonasgebiet aus der Perspektive der Menschen, die dort leben – nicht als exotisches Naturschauspiel sondern als lebendige Gesellschaft mit eigener Logik und Geschichte.
Ein ambitioniertes Projekt, das zeigt was die Bundeskunsthalle kann wenn sie thematisch in die Tiefe geht. Empfehlenswert auch für Menschen die sonst wenig mit Ethnografie anfangen können.
Infos zur Bundeskunsthalle →Visionen der Moderne – August Macke und Max Ernst
Das August Macke Haus bringt zwei Expressionisten zusammen die unterschiedlicher kaum sein könnten: Macke, der Lyriker unter den Rheinländern, und Max Ernst, der Dadaist und Surrealist aus Brühl. Was sie verbindet ist eine gemeinsame Aufbruchszeit und ein Milieu das beide geprägt hat.
Die Sonderausstellung läuft bis Ende August und wird von öffentlichen Führungen begleitet. Sonntags um 11:30 Uhr gibt es eine regelmäßige Führung durch die Sammlung, der Einstieg ist auch für Nicht-Kunsthistoriker gut möglich.
August Macke Haus →Versammlung der Tiere – Ein kooperativer Malraum
Kinder und Jugendliche gestalten über mehrere Monate einen ganzen Museumsraum im Kunstmuseum Bonn. Die Grundidee: Ein Wandbild das wächst, sich verändert und von den Teilnehmenden selbst bestimmt wird. Anregungen kommen aus dem benachbarten Museum Koenig, dem Naturkundemuseum mit seinen Tierpräparaten.
Klingt nach Schulprojekt, ist aber tatsächlich mehr als das. Der Raum verändert sich kontinuierlich, Flächen werden übermalt, Tiere wandern. Ein interessantes Format zwischen partizipativer Kunst und offenem Atelier.
Kunstmuseum Bonn →Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne
Das Landesmuseum beschäftigt sich in seiner aktuellen Sonderausstellung mit dem Wandel der Arbeitswelt in der Moderne. Zwischen Industrieromantik und Maschinenangst, zwischen Fortschrittsglauben und der Realität der Fließbandarbeit. Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Industrialisierung bis in die Gegenwart.
Hinweis: Die archäologische Dauerausstellung des Landesmuseums ist wegen Umbauarbeiten bis März 2027 geschlossen. Wer die Römerzeit-Sammlung sehen möchte muss sich also noch etwas gedulden.
Schwarz-Weiß – Aschermittwoch der Künstlerinnen
Seit 1980 findet diese Ausstellung jährlich statt – immer zum Aschermittwoch, immer im Haus an der Redoute in Bad Godesberg. Die Regel: Nur Werke in Schwarz und Weiß. Kein Grauton als Trick, kein Beige. Die Beschränkung zwingt zur Klarheit und ist genau das was dieser kleinen Schau ihre Qualität gibt.
Eröffnung war am 18. Februar 2026. Bis Ende März war die Ausstellung mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Eintritt frei. Wer die nächste Ausgabe mitgestalten möchte: Bewerbungen für 2027 nimmt die Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg entgegen.
Haus an der Redoute →Sex Work. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit
Die Bundeskunsthalle eröffnet ihren Kulturherbst 2026 mit einer Ausstellung die Sexarbeit als kulturhistorisches Phänomen behandelt – nicht als Skandal, sondern als Teil der Gesellschaftsgeschichte. Entstanden aus einem Projekt des Schwulen Museums Berlin, wurde die Schau für Bonn weiterentwickelt.
Genaue Termine lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Wer sicher gehen will schaut kurz auf die Website der Bundeskunsthalle.
Zur Bundeskunsthalle →Museumsmeilenfest 2026
Einmal im Jahr öffnen alle fünf Häuser der Museumsmeile gleichzeitig und kostenlos. Freier Eintritt, Rahmenprogramm, Musik und Workshops. Das Fest ist der Termin im Bonner Kulturjahr an dem die Meile tatsächlich lebt und nicht nur danebensteht.
Wer Kinder hat oder einfach mal alle Häuser an einem Tag abklappern möchte: Das ist der richtige Tag dafür. Details zum Programm kommen erfahrungsgemäß erst kurz vorher. Die fünf Häuser sind Bundeskunsthalle, Kunstmuseum Bonn, Haus der Geschichte, Museum Koenig und das Deutsche Museum Bonn. Für alle gilt: kein Eintritt, volles Programm.
Artist in Residence: Maria Trabulo
Die portugiesische Künstlerin Maria Trabulo wird im Sommer 2026 Artist in Residence am LVR-Landesmuseum Bonn. Sie wurde als eine von vier internationalen Künstlerinnen für das Residenzprogramm „Artist Meets Archive #5" der Internationalen Photoszene Köln ausgewählt. Das Programm bringt Künstlerinnen und Künstler in Kontakt mit den Archivbeständen des Museums.
Trabulo arbeitet mit Fotografie und Text, ihr Werk beschäftigt sich mit Fragen von Gedächtnis, Geschichte und dem Verhältnis zwischen persönlichen und kollektiven Narrativen. Die Residency am Landesmuseum bietet ihr Zugang zu den umfangreichen Sammlungen und Archiven des Hauses. Genaue Termine für öffentliche Veranstaltungen im Rahmen der Residency folgen.