Die Bonner Museumslandschaft ist ungewöhnlich dicht für eine Stadt dieser Größe. Das liegt an der Hauptstadtgeschichte: In den Jahrzehnten als Bonn Regierungssitz war, wurden Kulturinstitutionen aufgebaut die deutlich mehr Gewicht hatten als es einer normalen Großstadt von 300.000 Einwohnern entsprechen würde. Ein Teil davon ist die Museumsmeile mit ihren fünf Häusern, ein anderer Teil sind die kleineren Häuser die in Stadtteilen wie der Nordstadt oder Bad Godesberg entstanden und bis heute aktiv sind.

Wer Bonn nur von der Museumsmeile kennt hat nur die Hälfte gesehen. Gerade das August Macke Haus in der Nordstadt und das Haus an der Redoute in Bad Godesberg sind Orte mit eigener Qualität, die man in einer Großstadt so kaum findet.

Die fünf Häuser der Museumsmeile liegen in unmittelbarer Nähe zueinander und sind alle mit der U-Bahn erreichbar. Haltestelle ist Heussallee/Museumsmeile, ab Hauptbahnhof Bonn mit den Linien 16, 63 oder 66 fünf Stationen. Das Parkhaus Museumsmeile an der Emil-Nolde-Straße hat über 500 Stellplätze. Einmal im Jahr, beim Museumsmeilenfest, öffnen alle fünf Häuser gleichzeitig mit freiem Eintritt. 2026 ist das am 6. und 7. Juni.

Außerhalb der Meile empfiehlt sich das August Macke Haus im Macke-Viertel der Nordstadt für alle die sich für deutschen Expressionismus interessieren oder Bonn als Geburtsort eines wichtigen Künstlers besser kennenlernen möchten. Das LVR-Landesmuseum in der Stadtmitte deckt mit seiner Sammlung den Bogen von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart ab. Und das Haus an der Redoute in Bad Godesberg ist der richtige Ort wenn man lokale Gegenwartskunst sehen möchte, ohne große Namen und ohne Eintrittspreise.

Die fünf Häuser der Meile

Helmut-Kohl-Allee 4 · 53113 Bonn

Bundeskunsthalle

Kein festes Depot, wechselnde Ausstellungen von internationalem Rang. 2026 mit Peter Hujar, Amazônia und einer Kulturgeschichte der Sexarbeit. Das ambitionierteste Ausstellungshaus auf der Meile.

Wechselausstellungen Öffnen

Friedrich-Ebert-Allee 2 · 53113 Bonn

Kunstmuseum Bonn

Eigene Sammlung mit Schwerpunkt auf Kunst nach 1945 und rheinischem Expressionismus. Mi bis 21 Uhr geöffnet. Verbundkarte mit der Bundeskunsthalle erhältlich.

Sammlung + Sonderschauen Öffnen

Willy-Brandt-Allee 14 · 53113 Bonn

Haus der Geschichte

Zeitgeschichte von 1945 bis heute, interaktiv und alltagsnah. Kein Kunstmuseum im engeren Sinne, aber eine der meistbesuchten Institutionen auf der Meile. Eintritt frei.

Zeitgeschichte

Adenauerallee 160 · 53113 Bonn

Museum Koenig

Naturkundemuseum mit Forschungsauftrag. Bekannt für die Zoologische Staatssammlung und wechselnde Ausstellungen zur Biodiversität. 2026 mit einer interaktiven Schau zum Amazonas-Ökosystem.

Naturkunde

Weitere Kunstorte in Bonn

Wie man einen Museumsbesuch in Bonn plant

Wer zum ersten Mal nach Bonn kommt und Kunst sehen möchte, fährt am besten direkt zur Museumsmeile. Die U-Bahn hält an der Haltestelle Heussallee/Museumsmeile, ab dem Hauptbahnhof sind das fünf Stationen. Von dort aus sind alle fünf Häuser der Meile zu Fuß erreichbar. Für einen Halbtagsbesuch reicht es ein Haus richtig zu machen, für einen Ganztag kann man zwei bis drei Häuser kombinieren.

Wer die Verbundkarte von Bundeskunsthalle und Kunstmuseum kauft, zahlt 20 Euro und hat beide Häuser abgedeckt. Das ist günstiger als zwei Einzelkarten und sinnvoll wenn man vohat beiden Häusern wirklich Zeit zu geben. Montag ist die Bundeskunsthalle geschlossen, Dienstag ist das Kunstmuseum geschlossen. Mittwoch ist der beste Tag: beide Häuser offen, beide bis mindestens 21 Uhr.

Wer an einem Tag möglichst viel sehen möchte: Bundeskunsthalle und Kunstmuseum am Vormittag, August Macke Haus am Nachmittag. Das ergibt eine schöne Route durch die Stadt, von der Museumsmeile in die Nordstadt. Mit der U-Bahn kein Problem, zu Fuß auch machbar wenn man Zeit hat. Für Familien mit Kindern empfiehlt sich das Museumsmeilenfest am 6. und 7. Juni 2026 – alle fünf Häuser offen, freier Eintritt, Kinderprogramm. Das LVR-Landesmuseum ergänzt die Meile mit einem anderen Schwerpunkt: Archäologie, Volkskunde und Kunstgeschichte unter einem Dach, direkt in der Stadtmitte an der Colmantstraße. Die archäologische Dauerausstellung ist bis März 2027 wegen Umbau geschlossen, aber die Sonderausstellungen – darunter 2026 eine Schau zur Arbeitswelt der Moderne – laufen normal weiter. Und das August Macke Haus lohnt sich auch für Menschen die mit Expressionismus bisher wenig anfangen konnten: Die Führungen sonntags um 11:30 Uhr sind gut zugänglich und bauen keine Vorkenntnisse voraus – einfach hingehen.